Der Erfahrbare Atem - in der Gruppe oder individuell
Im Erfahrbaren Atem wird der natürliche menschliche Atemrhythmus zur Grundlage einer Reihe systematischer Übungen. Das Empfindungsbewusstsein wird geschult, um die reorganisierende Kraft des Atems wirksam werden zu lassen.
Atemarbeit in Gruppen
Durch einfache, angeleitete Bewegungsübungen im Sitzen, Stehen oder Liegen lernen Sie auch in der Gruppe, bei Sich und Ihrem Körper anzukommen. Zunächst lernen die Übenden ihren Atem kennen, ohne dessen Ablauf zu stören. Sie lernen zu unterscheiden zwischen ihrer unbewussten Atemfunktion, dem willendlich eingesetzten Atem und dem Erfahrbaren Atem.
Dabei entdecken Sie, dass der (Ein-)Atem reflektorisch auf Körperdehnungen reagiert, ebenso wie auf das Zusammenlegen von Fingerkuppen, der sogenannten Druckpunktarbeit.
In der gemeinsamen Vokalraumarbeit ist zu erleben, wie sich im Schweigen sog. Vokalatemräume bilden, die sich von den Resonanzräumen, die wir vom Gesang kennen, unterscheiden.
Im Laufe der Arbeit am "Leitseil" des Atems (nach Ilse Middendorf) entstehen Bewegungen aus dem Atem. Es kan wahrgenommen werden, wie der Ausatem verschieden gerichtet sein kann (aufsteigend, absteigend und horizontal). Das kann zu starker Atemkraft führen und unterschiedliche psycho-physische Reaktionen auslösen. Zum Beispiel verbinden Atemkraft und Atemraum durch den Spannungsatem die Pole innen und außen, oder es wird in der Arbeit mit Höhle und Richtung möglich, Gegensätze wie etwa weiblich und männlich, rund und eckig, weich und hart zu umfassen.
Mit der Zeit werden sich die Übenden immer mehr ihres individuellen, natürlichen Atemrhythmus bewusst und erfahren die Zusammenhänge zwischen ihrem Atemrhythmus und Lebensrhythmus. Im Einatem nehmen sie den Stoff auf, der sie füllt – im Ausatem äußern sie sich in ihrer schöpferischen Kraft. In der Ruhe nach dem Ausatem, der Atempause, erleben sie eine absichtslose Geborgenheit.
Der Mehrwert in der Arbeit in Gruppen liegt in der Wahrnehmung der eigenen Atmung im Vergleich oder Kontrast zu den anderen Teilnehmern. Die Fülle der verschiedenen Atemreaktionen wird beobachtbar.
